Aufmerksamkeit ist nicht einfach eine Frage von Willen oder Disziplin. Wenn es dauerhaft schwerfällt, bei einer Sache zu bleiben, Aufgaben zu beginnen oder zu Ende zu führen, Termine im Blick zu behalten oder innere Unruhe zu regulieren, kann das sehr belastend sein. Aufmerksamkeitsdefizite mit oder ohne Hyperaktivität können Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreffen und zeigen sich oft je nach Lebensphase unterschiedlich.
Manchmal steht Unruhe im Vordergrund, manchmal eher Vergesslichkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit, Aufschieben oder das Gefühl, ständig gegen den eigenen Alltag anzukämpfen. Viele Betroffene haben lange versucht, sich mehr zusammenzureißen und erleben trotzdem, dass Schule, Beruf, Beziehungen oder Selbstorganisation immer wieder viel Kraft kosten.
Wie sich das im Alltag zeigt
Vielleicht springen Ihre Gedanken schnell von einem Thema zum nächsten. Vielleicht fällt es schwer, Gesprächen zu folgen, Aufgaben zu strukturieren oder Prioritäten zu setzen. Vielleicht bleiben Dinge liegen, obwohl Sie sich fest vorgenommen hatten, sie zu erledigen. Oder Sie merken, dass Sie unter Druck zwar funktionieren, danach aber völlig erschöpft sind.
Bei Kindern und Jugendlichen kann sich das auch durch starke Ablenkbarkeit, Impulsivität, motorische Unruhe, Schwierigkeiten in der Schule oder Konflikte im Alltag zeigen. Nicht immer ist Hyperaktivität sichtbar. Gerade bei ruhiger wirkenden Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen bleiben Aufmerksamkeitsprobleme manchmal lange unerkannt.
Wie wir damit arbeiten
Am Anfang schauen wir gemeinsam genau hin. Welche Schwierigkeiten treten auf? Seit wann bestehen sie? In welchen Situationen werden sie stärker oder schwächer? Und welche Stärken, Strategien und Ressourcen sind bereits vorhanden?
Aus diesem Verständnis entwickeln wir einen Weg, der zu Ihnen oder Ihrem Kind passt. In der Therapie kann es darum gehen, den Alltag besser zu strukturieren, Aufmerksamkeit gezielter zu lenken, Impulse zu regulieren und mit Überforderung, Selbstkritik oder emotionaler Anspannung hilfreicher umzugehen.
Bei Kindern und Jugendlichen beziehen wir je nach Bedarf auch Eltern, Schule oder weitere Bezugspersonen mit ein. Ziel ist nicht, jemanden anzupassen, sondern Entlastung, Orientierung und mehr Handlungsspielraum im Alltag zu ermöglichen.
Wann es sich lohnt, sich zu melden
Wenn Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Impulsivität oder Organisationsschwierigkeiten den Alltag belasten, wenn Schule, Beruf oder Beziehungen darunter leiden oder wenn der Verdacht auf ADHS im Raum steht, ist ein Gespräch sinnvoll.
Sie müssen nicht sicher wissen, ob es ADHS ist. Es reicht, dass Sie merken, dass Aufmerksamkeit, Unruhe oder Selbstorganisation zu viel Kraft kosten, und Sie besser verstehen möchten, was dahintersteckt.
Wie es weitergehen kann
Sie müssen nicht vorher entscheiden, welches Verfahren zu Ihnen passt. In den ersten Sitzungen finden wir das gemeinsam heraus. Wenn Sie schon einen Eindruck gewinnen möchten, schauen Sie gerne in die Beschreibung der Verfahren, die bei diesem Anliegen häufig in Frage kommen:
Wenn Sie unsicher sind, wie ein erstes Gespräch abläuft, lesen Sie gerne den Ablauf des Erstkontakts. Auch Antworten auf häufige Fragen finden Sie gesammelt auf einer eigenen Seite.