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Für Angehörige

Sie machen sich um jemanden Sorgen?

Wenn ein Mensch, der Ihnen wichtig ist, gerade psychisch sehr belastet ist, kann das mitunter schwerer auszuhalten sein. Diese Seite richtet sich an Angehörige, besorgte Eltern, Partner:innen, erwachsene Kinder, Geschwister und Freund:innen.

Wenn Sie sich Sorgen machen

Vielleicht spüren Sie schon länger, dass etwas nicht stimmt. Veränderungen im Verhalten. Vielleicht wirkt die Person erschöpfter, zieht sich zurück, zeigt Reizbarkeit oder andere Auffälligkeiten, die Sie so nicht kennen. Vielleicht gibt es konkrete Sorgen, wie eine Person mit sich selbst umgeht. Diese Sorge ernst zu nehmen, ist der erste Schritt.

Was Sie tun können

Zuhören, ohne sofort eine Lösung anzubieten, hilft oft mehr, als es scheint. Sagen Sie der Person, dass Sie sich Sorgen machen, in eigenen Worten, ohne Vorwurf, ohne Diagnose. Beschreiben Sie das, was Sie konkret beobachten, statt zu interpretieren. Nicht „Du bist depressiv", sondern „Ich merke, dass Du seit ein paar Wochen kaum noch rausgehst, und das macht mir Sorgen". Bleiben Sie da, auch wenn die Person Sie abwehrt. Bleiben Sie geduldig.

Was Sie besser lassen

Vermeiden Sie Diagnosen aus dem Internet, auch wenn Sie sich noch so sicher sind. Vermeiden Sie es, die Person zu einer Therapie zu drängen oder Druck aufzubauen, das verstärkt häufig Widerstand. Vermeiden Sie es, in der Kommunikation mit Dritten Details zu teilen, von denen die betroffene Person nichts weiß.

Wie Sie das Thema Therapie ansprechen

Häufig wirkt es entlastend, wenn Therapie nicht als Eingeständnis von Schwäche eingeführt wird, sondern als selbstverständliche Form, sich Hilfe zu holen, ähnlich wie ein Besuch bei der Hausärzt:in. Sie können anbieten, dass Sie bei einem ersten Schritt unterstützen. Gemeinsam die Telefonnummer heraussuchen, das Telefonat im Beisein führen, zu einem ersten Termin begleiten. Was die Person braucht, kann sie selbst am besten sagen, wenn Sie fragen, statt anzunehmen.

Was, wenn die Person ablehnt

Es kommt vor, dass die betroffene Person eine Therapie ablehnt, auch wenn die Sorge groß ist. Eine Therapie kann nur freiwillig begonnen werden, sonst trägt sie nicht. Sie können bei sich bleiben, im Kontakt bleiben, das Gespräch immer wieder neu anbieten, ohne zu drängen. Manchmal braucht es Zeit. Manchmal hilft es, dass Sie selbst ein erstes Gespräch suchen, um nicht alleine mit der Sorge zu bleiben.

Können Sie selbst zu uns kommen?

Ja. Auch Angehörige können bei uns einen Termin vereinbaren, etwa zur Klärung Ihrer eigenen Belastung, zur Beratung im Umgang mit einer nahestehenden Person, oder zur Frage, wie Sie ein Gespräch über Therapie angehen können.

Wenn die Person minderjährig ist

Wenn Sie als Eltern oder Sorgeberechtigte für ein Kind oder eine Jugendliche anrufen, sind Sie bei uns ebenso richtig.

Wenn es akut ist

In einer akuten Krise, etwa bei Hinweisen auf Selbstgefährdung, zögern Sie bitte nicht. Wählen Sie den Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei und anonym unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar, auch für Angehörige.

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