Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es kann mit Genuss, Kontrolle, Trost, Scham, Anspannung oder Selbstwert verbunden sein. Wenn Gedanken an Essen, Gewicht, Figur oder den eigenen Körper immer mehr Raum einnehmen, kann das sehr belastend werden. Essprobleme und Essstörungen zeigen sich dabei ganz unterschiedlich und nicht immer sind sie von außen sichtbar.
Manche Menschen essen sehr kontrolliert, vermeiden bestimmte Lebensmittel oder haben große Angst zuzunehmen. Andere erleben Essanfälle, Kontrollverlust oder starke Schuldgefühle nach dem Essen. Wieder andere merken vor allem, dass ihr Körperbild immer kritischer wird und der Alltag zunehmend von Regeln, Vergleichen oder innerem Druck bestimmt ist.
Wie sich das im Alltag zeigt
Vielleicht kreisen Ihre Gedanken häufig um Essen, Kalorien, Gewicht oder Aussehen. Vielleicht planen Sie Mahlzeiten sehr genau, vermeiden gemeinsames Essen oder fühlen sich nach dem Essen unruhig, beschämt oder angespannt. Vielleicht wechseln sich Phasen von strenger Kontrolle und Kontrollverlust ab. Oder Sie merken, dass Ihr Selbstwert stark davon abhängt, wie Sie Ihren Körper wahrnehmen.
Essprobleme können viel Kraft kosten. Sie beeinflussen soziale Kontakte, Stimmung, Konzentration, Beziehungen und das Gefühl, sich im eigenen Körper sicher zu fühlen. Auch wenn Sie nach außen funktionieren, kann innerlich ein ständiger Kampf stattfinden. Das nehmen wir ernst.
Wie wir damit arbeiten
Am Anfang schauen wir gemeinsam behutsam hin. Welche Rolle spielen Essen, Körperbild und Kontrolle in Ihrem Alltag? Seit wann bestehen die Schwierigkeiten? Welche Situationen verstärken den Druck? Und welche Gefühle, Gedanken oder Lebensthemen hängen damit zusammen?
Aus diesem Verständnis entwickeln wir einen therapeutischen Weg, der zu Ihnen passt. In der Behandlung kann es darum gehen, wieder mehr Sicherheit im Umgang mit Essen zu gewinnen, belastende Gedanken über den eigenen Körper zu hinterfragen und den Zusammenhang zwischen Essen, Gefühlen, Stress und Selbstwert besser zu verstehen.
Dabei geht es nicht um Bewertung oder Schuld. Es geht darum, Schritt für Schritt mehr Freiheit, Vertrauen und Entlastung im Umgang mit dem eigenen Körper und den eigenen Bedürfnissen zu entwickeln.
Bei Kindern und Jugendlichen beziehen wir je nach Situation auch Eltern oder wichtige Bezugspersonen mit ein. Wenn zusätzlich medizinische Begleitung sinnvoll ist, berücksichtigen wir das gemeinsam.
Wann es sich lohnt, sich zu melden
Wenn Essen, Gewicht oder Körperbild Ihren Alltag stark beschäftigen, wenn Mahlzeiten mit Angst, Kontrolle, Scham oder Druck verbunden sind oder wenn Sie merken, dass Sie sich zunehmend zurückziehen, ist das ein guter Moment für ein Gespräch.
Sie müssen nicht sicher wissen, ob es eine Essstörung ist. Es reicht, dass Sie merken, dass Ihr Umgang mit Essen oder Körper Sie belastet, und Sie damit nicht mehr allein bleiben möchten.
Wie es weitergehen kann
Sie müssen nicht vorher entscheiden, welches Verfahren zu Ihnen passt. In den ersten Sitzungen finden wir das gemeinsam heraus. Wenn Sie schon einen Eindruck gewinnen möchten, schauen Sie gerne in die Beschreibung der Verfahren, die bei diesem Anliegen häufig in Frage kommen:
Wenn Sie unsicher sind, wie ein erstes Gespräch abläuft, lesen Sie gerne den Ablauf des Erstkontakts. Auch Antworten auf häufige Fragen finden Sie gesammelt auf einer eigenen Seite.